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Tag des Geotops bietet spannende Einblicke

Vor Jahrmillionen war unser Land von Wasser bedeckt. Aus Schalen von Muscheln und anderen Lebewesen, die sich am Meeresgrund abgesetzt hatten, entstand durch Verdichtung sogenanntes Sedimentgestein. Heute bilden diese Gesteine die Grundlage für den Bau von Häusern und Straßen. Sie werden in der Industrie, für Kunstwerke oder gar für die Herstellung von Zahnpasta verwendet. Steinbrüche sind also nicht nur wertvolle Rohstofflager, sondern zugleich auch Zeitzeugen der Erdgeschichte.

Am „Tag des Geotops“ können kleine und große Geologen sich auf Entdeckungsreise durch die Erdgeschichte begeben. Seit 2002 gewähren alljährlich an jedem dritten Sonntag im September geologisch bedeutsame Orte in ganz Deutschland Einlass – ähnlich wie beim Tag des offenen Denkmals. Gemeinsam mit Fachleuten können Steinbrüche, Felsen, historische Bergwerke und viele andere geologische Sehenswürdigkeiten im ganzen Land besichtigt werden. Der Öffentlichkeit werden Orte in der Natur vorgestellt, die spannende Einblicke in die Entstehung der Erde und der Entwicklung des Lebens, bieten. Auch die Klöpfer-Unternehmensgruppe öffnet am Tag des Geotops am 16. September 2018 ihre Pforten und lädt zu geführten Rundgängen an ihrem Standort Marbach-Rielingshausen sowie im ehemaligen Steinbruch in Leutenbach-Weiler zum Stein ein. 

Beeindruckend gestaltet sich eine Exkursion durch den aktiven Steinbruch in Rielingshausen, wo Klöpfer Gesteine des Muschelkalks gewinnt, die zu hochwertigen Baumaterialien weiterverarbeitet werden. Die Produkte finden hauptsächlich regional Verwendung im Straßen- und Tiefbau sowie als Zuschlagsstoff für Beton und Asphalt. Daneben sind Gabionenfüllungen, Flussbausteine und Material für Bildhauer oder Handwerker vor Ort verfügbar. Wer den Weg vom Jahrmillionen alten Meer zum fertigen Baustoff erkunden möchte, ist herzlich eingeladen, einen Blick hinter die Kulissen der Steingewinnung und des Schotterwerks zu werfen.

Durch eine vorbildliche, der Umgebung angepassten Rekultivierung ist unser ehemaliger Steinbruch in Weiler zum Stein ein herausragendes Beispiel für ein nachhaltiges „Geben und Nehmen“ der Rohstoffindustrie. Zahlreiche bedrohte Exemplare der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, wie z.B. die Blauflügel-Prachtlibelle, die Schnirkelschnecke und die Wechselkröte, haben hier eine Heimat gefunden, seit das Gelände 2008 wieder der Öffentlichkeit als Naturparadies übergeben wurde. 112 Vogelarten, 194 Insekten- und 314 Pflanzenarten wurden in den ersten Jahren beobachtet. An der 22 Meter hohen Steilwand können nicht nur die unterschiedlichen Gesteinsschichtungen gut betrachtet werden, sondern auch der Wanderfalke, der hier im Frühjahr seinen Brutplatz findet. Entsprechend steht bei dem idyllischen Rundgang durch den ehemaligen Steinbruch die Beobachtung der lebendigen Natur im Mittelpunkt der Führung, die von der Ortsgruppe des NABU Winnenden durchgeführt wird.

Nutzen Sie die Chance: Erleben und entdecken Sie am Tag des Geotops, wie unsere Erde und ihre Rohstoffe entstanden sind, auf welchen Fundamenten sich unsere Landschaft bildete und wie Rohstoffgewinnung im Einklang mit Mensch und Natur gelingen kann.

 

Die Führungen auf einen Blick:

Vom Meer zum Rohstoff – Der Erdgeschichte auf der Spur 

Sonntag, 16. September 2018

Führung um 11 Uhr und um 14 Uhr im aktiven Steinbruch Marbach-Rielingshausen

Experte: Dipl.-Geologe Benjamin Hoffmann, KLÖPFER

Treffpunkt: Am Schotterwerk, Klingenweg/Häldenstr., 71672 Marbach am Neckar

 

Die Natur kehrt zurück – Ein Steinbruch im Wandel der Zeit

Sonntag, 16. September 2018

Führung um 16 Uhr im ehemaligen Steinbruch Weiler zum Stein

Experte: Dr. Horst Schlüter, NABU

Treffpunkt: Parkplatz der Gemeindehalle Weiler zum Stein, Fröbelstraße 21, 71397 Leutenbach

 

Bitte beachten Sie: Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich, für Kinder nur in Begleitung einer Aufsichtsperson – die Teilnehmerzahl begrenzt sich allerdings auf 40 Personen je Führung. Der Rundgang ist für Personen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet. Festes Schuhwerk ist erforderlich. Auf dieser Veranstaltung wird zum Zweck der Veröffentlichung fotografiert und gefilmt.

Der Tag des Geotops wird von der UNESCO unterstützt. Schirmherr ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Weitere Information und eine Veranstaltungsübersicht gibt es online unter www.tag-des-geotops.de.

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