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Steinbruchbegehungen mit Grundschulklassen aus Weiler zum Stein

Im ehemaligen Steinbruch der Firma Klöpfer in Weiler zum Stein gibt es für kleine und große Naturfreunde viel zu entdecken. So gehören regelmäßige Ausflüge in das an die Grundschule angrenzende rekultivierte Steinbruchgebiet für die Grundschüler von Weiler  inzwischen zum Schulalltag.

Seit fünf Jahren begleitet William Patrick von der NABU-Gruppe Winnenden nun Schüler und Lehrer in den Steinbruch und erklärt ihnen Tiere und Pflanzen. Seit Anfang Oktober 2014 nimmt mit der Diplom-Geologin Dr. Dagmar Hoffmann auch eine Mitarbeiterin der Firma Klöpfer an den Steinbruchbesuchen teil.

tl_files/kloepfer/news/Beitraege 2014/010a_2014-10-20_Steinbruchbegehung-GS-Weiler_2b.jpgIm ehemaligen Klöpfer-Steinbruch können die Schüler sehen und erleben, wie sich ein Gebiet, in dem ehemals Kalkstein abgebaut worden ist, in einem dynamischen Prozess entwickelt. Sehr  anschaulich und fächerübergreifend kann sowohl biologisches als auch geologisches Wissen vermittelt werden: Wie unterscheiden sich Hagebutten und Früchte des Bittersüßen Nachtschattens? Wo brüten Wanderfalken und Zwergtaucher? Wie viele Millionen Jahre alt ist Muschelkalk? Woher kommt sein Name und wie ist er entstanden? Wozu benötigt man Gesteinsrohstoffe? Das sind nur einige Fragen, die die Schüler bei einer Steinbruchbegehung bewegen.  

Mineralische Rohstoffe sind aus dem alltäglichen Leben nicht wegzudenken. Es ist selbstverständlich, dass Straßen gebaut und Gebäude errichtet werden – dass aber Gesteinskörnungen ein wichtiger Bestandteil von Asphalt und Beton sind, ist nur wenigen Menschen bewusst. Um Transportkosten und CO2-Ausstoß so gering wie möglich zu halten, ist eine dezentrale Versorgung mit Gesteinsrohstoffen in Deutschland wesentlich. Aufgrund ihres breiten Einsatzgebietes kommt den Steine-und-Erden-Rohstoffen eine große volkswirtschaftliche Bedeutung zu. Die Sicherung von Rohstofflagerstätten ist daher eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.

tl_files/kloepfer/news/Beitraege 2014/010d_2014-10-20_Steinbruchbegehung-GS-Weiler_4b.jpgDie zwangsläufigen Eingriffe in den Naturhaushalt, die mit einem Gesteinsabbau verbunden sind, sowie die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung durch Verkehr, Lärm und Staub, sind jedoch nur vorübergehend. Auch ist ein Gesteinsabbau ohne strenge naturschutzrechtliche Vorschriften und ökologische Ausgleichsmaßnahmen inzwischen in Deutschland unvorstellbar. Schon während des Abbaus werden vollständig abgebaute Bereiche wieder aufgefüllt und bepflanzt, es entstehen Magerwiesen, Streuobstwiesen,  Sukzessionsflächen, Hecken oder Feldraine. Besonders schützenswerte Tierarten wie zum Beispiel Zauneidechsen werden bereits vor dem Abbau umgesiedelt. Nach dem Gesteinsabbau kann das Steinbruchgelände auch für menschliche Belange wieder nutzbar gemacht werden. Eine forst- oder landwirtschaftliche Folgenutzung ist ebenso möglich wie eine Nutzung als Naherholungsgebiet. Alternativ können stillgelegte Steinbrüche als Sonderstandorte eine wichtige Rolle für den Arten- und Biotopschutz spielen, wie das Beispiel Weiler zum Stein zeigt.

Im ehemaligen Steinbruch in Weiler zum Stein kann den Schülern der dynamische Prozess des Rohstoffabbaus, der Rekultivierung und der Entwicklung zu einem wertvollen Biotop sehr anschaulich bewusst werden.

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